bauen mit stroh und lehm
Bauen mit Stroh und Lehm ist so alt wie die ersten Siedlungen der Menschen.
Das Baumaterial wurde und wird zum Teil immer noch rund um den Erdball verwendet. Ob in Afrika, Asien, Amerika, Australien oder Europa, überall haben unsere Vorfahren mit Stroh und Lehm gebaut. Doch dann geriet dieses Wissen in Vergessenheit und zum Teil ist man der Meinung, es sind Baumaterialien für arme Leute. Erst in den sechzigern, siebzigern kamen eine Handvoll Individualisten, vor allem in den Staaten, wieder auf diese Baustoffe. Dabei gibt es wahrscheinlich keine besseren Materialien um sein Eigenheim zu Bauen.
Baustoff Stroh
Vorteile: fast überall verfügbar, nachwachsender Rohstoff, vollständig abbaubar, preisgünstig in der Herstellung, leicht zu bearbeiten, ermöglicht Bauern ein Zusatzeinkommen.
Feuerbeständigkeit: verputze Strohballen sind besonders feuerbeständig, sie halten genug Luft um einen guten Dämmwert zu erreichen, aber auf Grund ihrer kompakten Pressung zu wenig um eine Verbrennung zu erlauben.
- Loses Stroh brennt gut, gepresstes hingegen schwer.
- Loses Papier brennt gut, ein Telefonbuch hingegen schwer.
Nagetiere und Insekten: durch die kompakte Pressung der Ballen sind die
Zwischenräume kleiner als bei konventionell gedämmten Bauten, wird die Strohballenwand mit einer geschlossenen Putzschicht versehen, ist auch die Gefahr einer Besiedelung durch Kleintierlebewesen und Insekten gering.
Der Rohstoff Stroh besteht aus Zellulose, kann nur von Termiten verdaut werden und auch die bevorzugen Holz. Stroh dient in der Tiernahrung als Ballaststoff, der auch von Pferden und Kühen unverdaut wieder ausgeschieden wird. Mit heutigen Erntetechniken kann der Korngehalt auf nahezu null reduziert werden.
Allergien/Schimmel: sauberes/helles Stroh hat ein äußerst geringes allergenes Potential und enthält kaum Schimmelpilze oder Sporen. Zu nasser/flüssiger Putz sollte ebenso wie diffusionsdichter Verputz auf Strohwänden vermieden werden .
Feuchtigkeit: Strohballen vertragen auch feuchte Klimata. Trotzdem ist es wichtig das die Strohballen vor und während der Verarbeitung vor Feuchtigkeit geschützt werden .
Lehmputz: Lehmputze sind auch für Außenwände geeignet, trotzdem wird in unseren Breiten empfohlen, Lehmputze auf Innen- und Südwände zu beschränken, es sei denn, das Haus hat einen großen Dachüberstand.
Baustoff Lehm
Lehm ist kein genormter Baustoff: Lehm ist eine Mischung aus Ton, Schluff und Sand, die auch Kies, Schotter und Steine enthalten kann. Lehm hat je nach Fundort unterschiedliche Eigenschaften.
Lehm schwindet beim Trocknen: Durch die Verdunstung des Anmachwassers reduziert sich das Volumen vom Lehm.
Dieser Vorgang kann aber durch Behandlung reduziert werden.
Lehm ist nicht Wasserfest: Lehm muß aus diesem Grund im feuchten Zustand vor Regen oder Frost geschützt werden.
Dauerhafter Schutz: Dachüberstand, Spritzwassersockel horizontale Isolierung - gegen aufsteigende Nässe richtige Oberflächenbehandlung.
Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit: Lehm kann schnell Luftreuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.
Gesundes Raumklima. Ungebrannte Lehmziegel nehmen innerhalb von zwei Tagen ca. 30 mal soviel Luftfeuchtigkeit auf,
wie gebrannte Ziegel.
Lehm bindet Schadstoffe: Lehm absorbiert Schadstoffe aus der Luft.
Lehm schirmt hochfrequente Strahlung ab: Lehm schirmt Räume gegen hochfrequente Strahlung von Mobilfunknetzen, schnurlosen Telephonen, UMTS und GPS wesentlich besser ab, als andere massive Wandbaustoffe.
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